Zehenchirurgie

Einteilung:

Malettzehe: Endgelenk in Beugefehlstellung
Hammerzehe: Grund- und/oder Mittelgelenk in Beugefehlstellung
Krallenzehe:Grund-, Mittel- und Endgelenk in Beugefehlstellung 

Ursache:

Sicher nicht, weil eine Zehe zu lang ist oder weil die Schuhe zu klein sind, sondern es handelt sich um eine biomechanische Fehlfunktion, der Fußbinnen- und Unterschenkelmuskulatur. Überwiegend in Begleitung einer Ballen-erkrankung.
 
Die Fußbinnenmuskulatur stabilisiert den Mittelfußknochen 1-5 und balanciert die Streck- und Beugemuskulatur des Unterschenkels im Mittel- und Vorfußbereich. Versagt diese Muskulatur, so können je nach Muskeltyp die Streck- oder Beugemuskeln überwiegen und es entsteht die Zehen-deformität. 
 
Konservative Behandlung:

  • Einlagen
  • Zehenpolster
  • Fußpflege
  • Semiorthopädische Schuhe
  • Einlagenschuhe

Operative Therapie:

1. Resektionsarthroplastik (=Gelenkneubildung durch Entfernen eines Gelenkakts) von End- (Malettzehe) oder Mittelgelenk (Hammer+-Krallenzehe)
 
2. Arthroplastik (=Gelenkneubildung) im Grundgelenk (Hammer- +Krallenzehe) und K-Draht Arthrodese (=Versteifung).
 
3. Arthrodesen der Mittelgelenke
 
a) End zu End Typ
 
b) Schlüssel- Schloß Typ
 
jeweils nur für Zehe 2-4
 
4. nur bei sehr alten Patienten kann eine einfache Beugesehnen-durchtrennung stattfinden.
 
Diese Opertionen werden in Fußblockanaesthesie oder Mittelfußanaesthesie durchgeführt.
 
Manche Verfahren stabilisieren die Zehen durch Kirschnerdrähte, die an den Zehenspitzen austreten und hier durch Verbände geschützt werden.
 
Wenn diese Drähte bis in dem Mittelfuß hineinreichen, trägt der Patient einen Vorfußentlastungschuh für 3-4 Wochen. Die übrigen Patienten werden mit einem Verbandschuh für 10 Tage versorgt.
 
Die Metalldrähte werden nach 3-4 Wochen entfernt.
 
Die Arbeitsunfähigkeit beträt zwischen 1 Tag und 4 Wochen.
 
Wissenswertes:
 
Isolierte Hammerzehen sind extrem selten, wenn es sie überhaupt gibt. Die Anatomie der Zehen bedingt immer den "Befall" aller, in unterschiedlicher Ausprägung.
 
Wird eine Knochenteilresektion durchgefürt, wird die operierte Zehe immer dicker sein als eine nicht operierte. Grund dafür ist: Es wird bei verbleibendem Weichteilmantel die innere Stütze reduziert, so daß das Weichteil ein wenig zusammenschrumpft und dadurch die Silhouette dicker wird.