Diabetes & Fuß

Beim Diabetiker treten nach etwa 10 jähriger schlechter Stoffwechselqualität die diabetischen Folgeschäden auf:

Retinopathienicht entzündliche Netzhautveränderung mit Sehschärfen-verlust bis hin zur Erblindung.
NephropathieNierenerkrankung bis hin zum Nierenversagen mit Notwendigkeit einer Dialysebehandlung (= Blutwäsche)
Polyneuropathienicht unfallbedingte Erkrankung der Körperfernen Nerven mit Gefühlsstörungen meist strumpfartig symmetrisch an den Beinen. Später sind dann auch Hände, Herz betroffen.

In etwa 10% tritt gleichzeitig die arterielle Verschlusskrankheit hinzu (=pAVK).

Für die Entwicklung des Diabetischen Fußsyndroms sind überwiegend die Polyneuropathie weniger häufig die arterielle Verschlusskrankheit verantwortlich.

Wieso?


Durch den Verlust der Schmerzempfindung, mit oder ohne Durchblutungsstörung, besteht eine erhöhte Verletzungsgefahr. Eine Entzündung macht sich dann auch nicht durch Auftreten von Schmerzen bemerkbar. Viele Diabetiker mit Infektionen am Fuß werden vom Partner oder von Angehörigen zum Arzt geschickt, weil diese einen üblen Geruch oder Wundsekret am Fuß feststellen. Erschwerend kommt oft dazu das durch die Retinopathie offene Stellen oder Wunden an der Fußsohle oder an den Nägeln gar nicht gesehen werden. Unsachgemäße Fußpflege, besonders durch schlecht ausgebildete Fußpfleger ist eine nicht zu vernachlässigende Ursache.

Was kann ich zur Vorbeugung tun?


Regelmäßige Fußreinigung in warmen Wasser bis maximal 37° trocknen der Füsse mit sauberen Handtüchern, insbesondere in den Zwischenzehenräumen. Anschaffen eines Fußspiegels evtl. mit Vergrößerung. Wenn Familienangehörige mit gutem Sehvermögen da sind sollte man diese bitten die Füsse zu kontrollieren/ Ab und an sollte auch der Hausarzt einen Blick auf die Füsse werfen. Die Fußnägel sollten nicht zu kurz geschnitten werden und die Nagelenden sollten nicht abgerundet werden. Eine weiche saubere Nagelbürste kann zur Reinigung der Nagelwälle und der Nägel selbst verwendet werden.
Ein Podologe/eine Podologin (= Spezielle ausgebildete Fachkraft für Fußpflege) kann regelmäßig aufgesucht werden.
Unbedingt müssen Verletzungen am Fuß vermieden werden. Aus diesem Grund ist Barfusslaufen untersagt.

Diabetiker haben statistisch nachgewiesen, breitere Füsse als die Normalbevölkerung. Aus diesem Grund sollten weite, weiche, nahtfreie Schuhe mit stoßdämpfender Einlegesohle aber feste Schuhsohle getragen werden. Man nennt diese Schuhe auch "Semiorthopädische Schuhe".

Wenn eine Ballenerkrankung oder Zehenfehlstellungen vorliegen sollten dies vor Auftreten von Druckstellen oder offenen Wunden behandelt werden. Dazu ist ein Chirurg/eine Chirurgin mit speziellen Kenntnissen in Fusschirurgie um Rat zu fragen.